"DGS-Schmerzinitiative Cannabinoide 2021"

für eine bessere Versorgung von Patienten

Arzneimittel auf Basis von Cannabis nehmen in der schmerz- und palliativmedizinischen Versorgung von schwerkranken Patienten zunehmend einen wichtigen Platz ein.

Mit der ‘Schmerzinitiative Cannabinoide 2021‘ will die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. die Versorgung schwerkranker Patientinnen und Patienten mit Cannabis-Präparaten verbessern, bürokratische Hemmnisse bei der Verordnung von Cannabinoiden abbauen, die Behandlungsqualität verbessern und die Verordner selbst umfassend informieren und qualifizieren.

Ziel ist es, Patienten mit schwer- oder unkontrollierbaren Symptomen kurzfristig eine Cannabistherapie zu ermöglichen.  

Denn Cannabinoide können Schmerzen lindern und die Lebensqualität schwerkranker Schmerzpatienten verbessern. Allerdings sind die Hürden für eine gute Versorgung derzeit hoch. Das komplizierte Genehmigungsverfahren bei den Krankenkassen braucht Zeit und die Patienten müssen auf den Behandlungsbeginn warten. Auch wird ein Drittel aller Anträge abgelehnt. Gründe für die Ablehnung sind unterschiedliche Bewertungen der Indikationsstellung, die nicht ausgeschöpfte Standardtherapie und Fehler bei der Antragstellung. Einigen Ärzten fehlt zudem die Erfahrung im Umgang mit Cannabinoiden. Vorbehalte wegen möglichen Missbrauchs tragen ebenfalls zur Unterversorgung von Schmerzpatienten bei. Hier setzt die ‘Schmerzinitiative Cannabinoide 2021‘ an.


2017 trat das Gesetz „Cannabis als Medizin“ in Kraft, das die Verordnung cannabishaltiger Arzneimittel bei schwerkranken Patienten erlaubt. Damit erhielten Patienten mit schweren chronischen Tumor- oder Nichttumorschmerzen eine zusätzliche Behandlungs-Option – nach der Ausschöpfung von Standardtherapien. Nun gilt es, die eingetretene Situation neu zu bewerten, die Qualität in der Versorgung und den seriösen Umgang mit Cannabinoiden in der öffentlichen Wahrnehmung, in der Gesundheitspolitik und bei Krankenkassen, Apothekern und Ärzten zu fördern. Mit der ‘Schmerzinitiative Cannabinoide 2021‘ will die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. dazu einen Beitrag leisten.


Unterstützung erhält das Projekt über eine Poolfinanzierung auch von vier Herstellern von Cannabis-Präparaten:

  • AOP Orphan Pharmaceuticals Germany GmbH (AOP Orphan)
  • Cannamedical Pharma GmbH (Cannamedical)
  • Spectrum Therapeutics GmbH (Spectrum Therapeutics)
  • Tilray Deutschland GmbH (Tilray).

Basis des Projektes ist ein am 19. Januar 2021 von Bundespolitikern der Großen Koalition, der AOK Rheinland/Hamburg, Grundlagenforschern und Vorstandsmitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. verabschiedetes Eckpunktepapier. Darauf aufbauend hat die Fachgesellschaft folgende Bausteine der Initiative entwickelt:


1. Selektivvertrag zwischen der AOK Rheinland/Hamburg und der DGS

derzeit in Bearbeitung

2. 20-stündiges Curriculum ‘Kompetenz Cannabis‘

Das von Experten unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. entwickelte Curriculum dient der besonderen Qualifizierung der am Selektivvertrag teilnehmenden Ärzte und schult in folgenden Bereichen:

  • Grundlagen
  • Standardtherapien
  • Indikationen für Cannabinoide
  • Suchtmedizinische Aspekte
  • Nebenwirkungen
  • Kontraindikationen

Am Curriculum teilnehmen können Hausärzte, Schmerzmediziner, Neurologen und andere Fachgruppen, die in die Versorgung mit Cannabinoiden involviert sind. Eine jährliche Rezertifizierung ist Pflicht.

3. CME-zertifizierte Fortbildungen für Ärzte

4. Publikationen zu aktuellen Versorgungsdaten

5. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Aufklärung der Öffentlichkeit über Cannabis-basierte Therapiemöglichkeiten bei chronischen Schmerzen und in palliativen Situationen

6. Kontinuierlicher Dialog

Kontinuierlicher Dialog mit Vertretern von Politik und Krankenkassen zur Förderung von Versorgungsanliegen in der Cannabinoid-Therapie


Weitere Informationen

Hier finden Sponsoren des Projektes "DGS-Schmerzinitiative Cannabis 2021" weitere Informationen

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