DGS Curriculum Psychosomatische Grundversorgung

Die psychosomatische Grundversorgung ist ein wichtiger Bestandteil der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin, zum Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie zu anderen medizinischen Fachbereichen. Im Fokus des Curriculums stehen der „bio-psycho-soziale“ Blick auf den Patienten, das Erkennen und gute Begleiten von psychosomatischen Krankheitsbildern, die professionelle Gesprächsführung mit Patienten und die Kooperation im psychotherapeutischen Versorgungssystem.

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) bietet das Curriculum Psychosomatische Grundversorgung mit 50 Unterrichtseinheiten (5c0 UE’s) als reine Online-Fortbildung an. Die Inhalte des Curriculums richten sich nach den Vorgaben der Bundesärztekammer. Nach Abschluss des Curriculums (50 UE’s) sowie derm vorgeschriebenen Balintstunden (30 UE’s) sind Sie berechtigt, die Ziffern 35100 und 35110 mit den zuständigen Kostenträgern abzurechnen.

Nächste Termine:
 26.11. bis 02.12.2022 => ausgebucht
 25.02. bis 03.03.2023 => Anmeldung eröffnet
 18. 11 bis 24.11.2023 => Anmeldung noch nicht eröffnet

Ablauf des Curriculums (theoretischer Teil)

Kurzübersicht*

 

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. med. Claudia Christ

TagWochentagUhrzeitUE´s
Tag 1Samstag14:00 - 18:004 UE´s
Tag 2Sonntag09:00 – 16:308 UE‘s
Tag 3Montag09:00 – 16:308 UE‘s
Tag 4Dienstag09:00 – 16:308 UE‘s
Tag 5Mittwoch09.00 - 16:308 UE‘s
Tag 6Donnerstag09:00 – 16:308 UE‘s
Tag 7Freitag09:00 - 13:306 UE‘s

(*Ohne Balintstunden) 

Änderungen zum Ablauf sind vorbehalten,

Detaillierter Programmablauf*

Zeit ThemaEinheiten
Tag 1
14:00-18:00 
 5 UE
14:00 - 15:00 

Begrüßung
Psychosomatische Grundversorgung / Einführung
Was ist Psychosomatik?
Vordenker
bio-psychosozial
Gesundheit-Krankheit Salutogenese
Das ärztliche Menschenbild

2 Modul I
15:30 - 16:15

Die Bio-psycho-soziale Anamnese
Das Balancemodell

1 Modul I

16:30 - 17:15Verbale Intervention  - Das eigene Balancemodell1 Modul II
17:15 - 18:00

Verbale Intervention  - bio-psycho-soziale Anamneseerhebung in der ärztlichen Praxis
Wie frage ich den Patienten?
Makrotraumen / Life Events
Innere Haltung

1 Modul II

Tag 2
9:00 - 16:30

 8 UE
9:00 - 9:45

Psycho-Somatik
prachbilder
Psychosomatikbogen
Neurobiologische Aspekte

1 Modul I

9:45 - 10:30

10:45 - 11:30


11:30 - 12:15

Psychische Störungen I

Angst

Depression
Anpassungsstörung
Trauer

3 Modul I
 
13:15 - 14:00Suizidalität1 Modul I
14:00 - 14:45Ärztliche Gesprächsführung,
Verbale Intervention Angst Fallbeispiel 
1 Modul II
15:00 - 15:45Ärztliche Gesprächsführung, Verbale Intervention Depression Fallbeispiel1 Modul II
15:45 - 16:30Ärztliche Gesprächsführung Grundhaltung1 Modul II

Tag 3
9:00 - 16:30

 8 UE
9:00 - 10:30Verbale Intervention - Aktives Zuhören2 Modul II
10:45 - 11:30Psychokardiologie
(KHK, Hypertonus, Herzinfarkt,
Herzrhythmusstörungen, Broken heart Syndrom)
1 Modul I
11:30 - 12.15Stress und Burnout
Die Bedeutung von Stress
Stress und Stressmanagement
Burnout
1 Modul I
13:15 - 14:45Stressmanagement als Beratungsintervention in der ärztlichen Praxis
Resilienz
2 Modul II
15:00 - 16:30Psychodynamik, Entwicklungspsychologie Konfliktmodelle Der psychosomatische Modus als Lösungsstrategie für Konflikte
Grundkonflikte
Äußere Konflikte
Abwehrmechanismen
Selbstreflexion
2 Modul I
Tag 4
9:00 - 16:30
 8 UE
9:00 - 10:30Psych. Störungen II
Essstörungen
Sucht
Persönlichkeitsstörungen
2 Modul I
10:45 - 11:30Ärztliche Gesprächsführung, Verbale Intervention
Fallbeispiel Essstörungen
1 Modul II
11:30 - 12.15Ärztliche Gesprächsführung, Verbale Intervention
Fallbeispiel Sucht
1 Modul II
13:15 - 14:00Ärztliche Gesprächsführung, Verbale Intervention
Fallbeispiel Persönlichkeitsstörung
1 Modul II
14:00 - 14:45Verbale Intervention – strukturbezogene Therapie1 Modul II
15:00 - 15:45Verbale Intervention – Arbeit mit Angehörigen1 Modul II
15:45 - 16:30Psych. Störungen III
Notfallsituationen
Psychosen
1 Modul I
Tag 5
9:00 - 16:30
 8 UE
9:00 - 9:45Psychotherapie – ganz praktisch
Sprechstunde
Akuttherapie
KZT
LZT
Kollegiale Vernetzung – wann weise ich zu
1 Modul I
9:45 - 10:30
10:45 - 11:30
Psychotherapieverfahren
Analyse
Tiefenpsychologie
Verhaltenstherapie
Systemische Therapie
EMDR
Konflikt versus Strukturbezogene Therapie
Die Verfahren werden interaktiv gespielt
2 Modul II
11:30 - 12:15Das ärztliche Gespräch – vertiefte Grundlagen
Arztzentrierte versus patientenzentrierte Gespräche
1 Modul II
13:15 - 14:00Das Eisbergmodell1 Modul II
14:00 - 14:45Verbale Intervention Öffnende - schließende Fragen1 Modul II
15:00 - 15:45Verbale Intervention Aktives Zuhören1 Modul II
15:45 - 16:30Verbale Intervention Motivational interviewing1 Modul II
Tag 6
9:00 - 16:30
 8 UE
9:00 - 9:45Verbale Intervention
Die therapeutische Beziehung
Wahrnehmung
Körpersprache
Szenisches Verstehen
1 Modul II
9:45 - 10:30Balintgruppen
Einführung und Erklärung
1 Modul I
10:45 - 12:15Verbale Intervention - Durchführung einer Beispiel
Balintgruppe - Fallarbeit
2 Modul II
13:15 - 14:45Psychosomatische Krankheitsbilder
Funktionelle Syndrome
Somatoforme Störungen
Chronische Schmerzstörungen
2 Modul I
15:00 - 15:45Ärztliche Gesprächsführung, Verbale Intervention
somatoforme Störungen
1 Modul II
15:45 - 16:30Verbale Intervention
Die 5 Stufen des Gespräches
Aktives Zuhören
Ermutigung
Differenzierung, Austausch
Sichterweiterung
Neuorientierung
1 Modul II
Tag 7
9:00 - 12:30
 5 UE
9:00 - 9:45Eigene Erfahrungen mit Migration, Kultur, Sprache1 Modul II
9:45 - 10:30Der transkulturelle Ansatz Umgang mit Patienten aus
verschiedenen Kulturen, Umgang mit Sprachbarrieren
Individualistisch versus kollektivistisch
1 Modul II
10:45 - 11:30Trauma und Traumafolgestörungen1 Modul I
11:30 - 12:15Selbstreflexion, Veränderung der ärztlichen Haltung,
Veränderung im Umgang mit Patienten
1 Modul II
12:15 - 12:30Verabschiedung 
 Abgabe der individuellen Fallarbeit1 Modul II
gilt als
1 UE

 

Ziele des Curriculums

die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte zu befähigen:

  • eine kooperative und hilfreiche Patienten-Arzt-Beziehung aufzubauen,
  • zur Beziehungsgestaltung die patientenzentrierte Selbstreflexion zu nutzen,
  • die dafür nötigen Gesprächstechniken anzuwenden,
  • die Beschwerden der Patienten im Kontext ihres früheren und aktuellen sozialen Umfelds zu verstehen,
  • Krankheitsbilder des psychosomatischen und psychiatrischen Gebiets zu erkennen und mit den entsprechenden Experten zu kooperieren,
  • eigene Beratungs- und Behandlungsinterventionen durchzuführen, welche die Selbstkompetenzen und Selbstwirksamkeit von Patienten fördern,
  • in interdisziplinären und multidisziplinären Teams effektiv zu agieren,
  • und die notwendige Fürsorge für die eigene Stabilität und Zufriedenheit zu betreiben.

Inhalt des Curriculums

Modul 1 – Theoretische Grundlagen (20 Stunden)

  • Entwicklungspsychologie, Bindungsforschung
  • Stressverarbeitung
  • Erkennen und Umgang mit Suizidalität
  • Traumatische Erlebnisse, interpersonelle und intrapsychische Konfliktsituationen
  • Behandlungsansätze bei wesentlichen Krankheitsbildern und Problembereichen
  • Diagnostik von Angststörungen
  • Depression, somatoforme Körperbeschwerden, Traumatisierung, posttraumatische Belastungsstörungen, Trauma-Folgestörungen
  • Persönlichkeits-Störungen, Zwangs- und Ess-Störungen und Psychosen, Differentialindikation für verschiedene Therapien
  • Umgang mit Patienten mit chronischen körperlichen Erkrankungen
  • Funktionelle somatoforme Körperbeschwerden
  • Schmerzerkrankungen
  • Besondere Lebenssituationen wie zum Beispiel Verlust naher Angehöriger
  • Das psychotherapeutische Versorgungssystem

Modul 2 – Psychische Gesprächsführung (30 Stunden)

  • Fokussierung auf die Grundhaltung in der Arzt-Patienten-Beziehung (Respekt, Wertschätzung)
  • Gesprächstechniken: Aktives Zuhören, Patientenperspektive zusammenfassen, offene Fragestellung, spiegeln, verbalisieren, Disputation, Sokratischer Dialog, verbalisieren von Gefühlen, zirkuläre Fragen, Deuten, positiv unterstützen, ressourcenorientiert vorgehen, positive Rückkopplung, partizipative Entscheidungsfindung
  • Typische Situationen in Rollenspielen angehen, psychotherapeutische Techniken erleben
  • Umgang mit Patienten mit spezifischen Interaktionsmustern, Umgang mit „auffälligen“ Patienten
  • Umgang mit Patienten, die unzureichend strukturiert sind und wenig soziale Kompetenzen aufweisen
  • Selbstreflektion der Übertragungen und Gegenübertragungen unter Berücksichtigung im Umgang mit Patienten
  • Überbringen schwieriger Nachrichten
  • Krisenintervention mit Familien/Paaren, Gruppensituationen
  • Verbale und nonverbale Behandlungstechniken
  • Neuropsychotherapeutische Ansätze wie Akzeptanz und Commitment, bzw. Schematherapeutischer Ansätze
  • Bedeutung und professionelle Gestaltung der Arzt-Patienten-Beziehung
  • Gestaltung einer kooperativen Arzt-Patienten-Beziehung

Durchführung

Die Seminare werden...

in Form von Webinaren über die Plattform Zoom durchgeführt. Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie dem Kontaktdatenaustausch mit anderen TeilnehmerInnen zu. TeilnehmerInnen dürfen keinerlei Aufzeichnungen machen.

Es befinden sich während der Fortbildung nur die angemeldeten Personen in der Veranstaltung. Da es ein interaktives Seminar ist, muss die Kamera eingeschaltet werden.  Weitere Setting-Regeln werden Ihnen bei der Anmeldung bekannt gegeben. Die Zugangsdaten für die Online-Seminare erhalten Sie einen Tag vor Veranstaltungsbeginn. 

Die Inhalte dieser Veranstaltung werden produkt- und dienstleistungsneutral gestaltet. Wir bestätigen, dass die wissenschaftliche Leitung und Referentin potenzielle Interessenkonflikte gegenüber den Teilnehmern offenlegt. Es besteht kein Sponsoring der Veranstaltung, die Gesamtaufwendungen der Veranstaltung belaufen sich auf ca. 13.100 €. Fortbildungsveranstaltung finanziert sich ausschließlich über die Teilnahmegebühr.
 

Gebühren

für das Curriculum (50 UE’s)

 

DGS-Mitglieder                     600,- €

Nichtmitglieder                     800,- €

 

Anmeldung Frühjahr 2023

 

Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt.

Zertifizierung


Das Curriculum wurde von der zuständigen LÄK Berlin als Weiterbildung anerkannt. Die Anerkennung der Fortbildungspunkte wurde ebenfalls beantragt.
Damit Sie die Fortbildungspunkte erhalten können, geben Sie bitte Ihre EFN - Nummer bei der Anmeldung an.
Die 100-prozentige Anwesenheit des gesamten Curriculums ist für die Zertifizierung verpflichtend.

DGS Kreditstunden


Für die algesiologische Fort- und Weiterbildung nach Richtlinien DGS und für die Qualifikation Schwerpunkt Schmerztherapie DGS und Schwerpunkt Palliativmedizin DGS wird dieses Seminar mit 50 Kreditstunden bewertet.